DIE REUE — der Priester wechselt seine Haltung. Er stand vorher aufrecht, aber jetzt beugt er sich tief mit seinem Gesicht zur Erde, er schlägt an seine Brust mit seiner geschlossenen rechten Hand. Er wendet sich zu dem Knaben, der das Volk vertritt, und er spricht laut und nicht im geheimen:
„Ich bekenne vor euch allen, dass ich ein Sünder bin, durch meine Schuld, durch meine große Schuld, und ich bitte alle, mir zu helfen und den barmherzigen, allmächtigen Gott anzurufen. Ich bekenne vor Gott, vor der seligen Jungfrau Maria, vor den Engeln, vor den Heiligen und vor allen Menschen.“
Dann neigen der Knabe und alle Anwesenden auch ihre Häupter, und auch sie bekennen sich schuldig; und der Priester wendet sich zum Volk wie zu seinen Brüdern, und alle Leute wenden sich ihm zu wie zu ihrem Vater. Und sie bitten einander gegenseitig, füreinander zu beten, und sie rufen die göttliche Barmherzigkeit um Verzeihung an.
DER AUFSTIEG — jetzt endlich geht der Priester zum Altar und er steigt die drei Stufen hinauf.
DIE BEGEGNUNG MIT DEN HEILIGEN — er begegnet den heiligen RELIQUIEN. Bewegt durch Verehrung und Liebe, beugt sich der Priester nieder und küsst die Stelle des Altars über den Reliquien.
„Durch die Verdienste deiner Heiligen, deren Reliquien hier ruhen, Gott, verzeihe mir meine Sünden.“
Die Schildwache Gottes gibt nun dem reuigen Menschen den Weg frei. Er steht endlich am Altar, sein Verlangen ist erfüllt:
„Zum Altare Gottes will ich treten, zu Gott, der mich erfreut von Jugend auf.“
DAS OFFENE BUCH — der Priester tritt an die rechte Seite des Altars und liest aus dem aufgeschlagenen Messbuch zuerst den INTROITUS. Er ist ein Eingangsgebet aus mehreren Psalmversen, die wechseln, je nach dem Tage, an dem die Messe gefeiert wird.
Der Priester hat als reuiger Mensch um Verzeihung und Hilfe gebetet. Jetzt aber, da sein Wunsch, an den Altar zu treten, erfüllt ist, spricht er aus dem Drang seines Herzens laut ein dreifaches Gebet, einen neunfachen feierlichen Ruf an Christus. Jedes Mal, wenn er ruft, antwortet ihm das Volk.