Vorbereitungen Messe

Die Heilige Messe
- Die Vorbereitungen -

"Eher könnte die Welt ohne Sonne bestehen,
als ohne das heilige Messopfer.
"   - hl. Pater Pio

Die Autorin dieses Textes ist Maria Montessori, eine katholische Pädagogin aus Italien. Maria Montessori war war religiöse Erziehung im Sinne einer hinführenden Erziehung sehr wichtig. Die heilige Messe beinhaltete für sie den Kern des Christentums, weswegen sie sehr dafür war, dass Kinder zur heiligen Messe innerlich und äußerlich Zugang bekamen. Die Pädagogik von Maria Montessori wurde im Nationalsozialismus verboten.

In diesem Text erklärt die katholische Pädagogin Maria Montessori Kindern das Geschehen der Heiligen Messe der römisch-katholischen Kirche, der Kirche Jesu Christi. 
Der Abdruck dieses Textes erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Herder Verlages. Quelle: Kapitel "Drittes Buch: Die Messe, Kindern erklärt" aus
Maria Montessori, Kinder, die in der Kirche leben. Die religionspädagogischen Schriften von Maria Montessori. Hrsg. und übersetzt von Helene Helming copyright Verlag Herder GmbH, Freiburg i. Br. 1964

II. WAS ZUR MESSE NÖTIG IST

Der vorbereitete Tisch

DER ALTAR stellt einen Tisch dar, der an das Letzte Abendmahl erinnert.

Das, was einen Altar besonders auszeichnet, ist, dass er über der Erde erhöht ist.

Die gebräuchlichste Form des Altars ist die eines Tisches mit einer rechteckigen Platte. Eine andere Form des Altars ist die eines Sarkophages, denn die ersten Christen, die in den Katakomben die Messe feiern wollten, bedienten sich dabei oft des Märtyrergrabes. Bis heute ist diese Sitte in vielen Kirchen geblieben: Man verwendet als Altar einen SARKOPHAG aus Stein oder kostbarem Marmor, der den Körper eines Heiligen einschließt.

Die ALTARPLATTE soll ein Stein sein, auf dem fünf Kreuze eingraviert sind, eins in der Mitte und vier in den Ecken als Zeichen der FÜNF WUNDEN CHRISTI.

Wenn man keinen wirklichen Altar zur Verfügung hat, wie das in den Missionen vorkommt, oder bei Messen, die im Freien gefeiert werden oder in Privathäusern, so genügt es, einen kleinen besonderen Stein, der „ALTARSTEIN“ heißt, auf eine erhobene Fläche zu legen, auf einen gewöhnlichen Tisch etwa, und so entsteht ein Altar.

Der Altarstein ist etwa so groß wie ein Ziegelstein, und er enthält in der Mitte DIE RELIQUIE eines Märtyrers: ein kleines Kreuz in der Mitte zeigt den genauen Punkt an, wo sich die Reliquie befindet. Dieser Stein erhält vom Heiligen Vater in Rom oder von einem Bischof eine besondere Weihe.

Rom ist ein wahrer Garten der MÄRTYRER. Im Kolosseum, in den Katakomben und in den alten Kirchen, die hervorgegangen sind aus Palästen römischer christlicher Patrizier, wurden die Leiber all jener, die für ihren Glauben starben, ehrenvoll bewahrt. Und so gibt es dort Reliquien von Märtyrern so zahlreich wie Gräser in einer Wiese. Alles dieses erinnert uns an die Menge der Helden, die in der blutigen Schlacht für das Christentum gefallen sind, um das Reich des Friedens in der Welt zu erobern. Die Märtyrer gaben ihr Blut, ohne das ihrer Mitmenschen zu vergießen, denn sie opferten sich und vergaben ihren Feinden und versprachen ihnen das Himmelreich.

So sind die Heiligen, die großen Soldaten der Christenheit, auf dem Altar wie Wächter am Tore des ewigen Königs, und sie halten Wache durch die Jahrhunderte hindurch.

Während der Messe stehen BROT UND WEIN, die in den lebendigen Christus verwandelt werden sollen, auf dem Altarstein oder vielmehr auf dem Platz über ihm, und nach der Konsekration werden die heiligen Gestalten auf denselben Platz gestellt.

Kaum ist der Priester die STUFEN DES ALTARES emporgestiegen, so küsst er den Altarstein als Gruß für die ehrwürdigen Wächter, und er spricht: „Durch die Verdienste deiner Heiligen, deren Reliquien hier ruhen, verzeihe mir gnädig all meine Sünden, o Herr.

Die Altarstufen

Der Altar steht meistens nicht auf dem ebenen Boden, sondern höher, und Stufen führen zu ihm hinauf. Es sind gewöhnlich drei Stufen, sie werden besonders als Sinnbilder der drei göttlichen Tugenden angesehen, die uns mit Gott verbinden: Glaube, Hoffnung und Liebe. Die Stufen sind ein Teil des Altars selbst, denn die Messe beginnt an ihrem Fuß.

In den großen Kirchen und BASILIKEN sieht man oft sehr hochgebaute Altäre, und man muss viele Stufen von verschiedenen Ebenen her hinaufsteigen, um den HOCHALTAR zu erreichen. Alle diese Stufen sind ein Ehrenschmuck, aber sie gehören nicht zum Altar selbst.

Die drei Altartücher

Der Altar ist mit drei weißen Tüchern aus echtem Leinen bekleidet. Früher waren diese Tücher sehr lang und reichten oft bis zum Boden.

Heute werden die ALTARTÜCHER in folgender Ordnung hingelegt: Zwei kleine bedecken nur die Oberfläche des Altars, ein drittes, das viel länger ist, aber dieselbe Breite hat, liegt darüber und fällt an jeder Seite herunter, rechts und links. Dieses letztere ist das eigentliche Altartuch.

Die 3 Gegenstände, die zur Messe gehören

Drei Dinge müssen sich auf jedem Altar befinden: ein KRUZIFIX, das in der Mitte steht, und auf beiden Seiten KERZEN AUS BIENENWACHS. Das Kruzifix steht auf einem kleinen Sockel, die beiden Kerzen stehen natürlich auf Leuchtern.

Diese Gegenstände genügen, auch wenn sie ganz einfach sind. Das Kruzifix ist ein frommes, immer gegenwärtiges Gedenken, dass Jesus gefangengenommen und gekreuzigt worden ist nach dem Letzten Abendmahl. Die Kerzen aus Bienenwachs, die angezündet werden und während der ganzen Messe brennen, erinnern daran, dass Christus durch sein Leiden die Menschheit mit dem Licht seiner Liebe, seiner Verzeihung und seines Friedens erleuchtet.

Diese drei Gegenstände können kostbar geschmückt sein als eine Gabe der Liebe für Jesus.

Zusätzlicher Schmuck der Liebe

Oft sehen wir auf dem Altar noch andere Dinge, eine große Zahl Kerzen und Vasen mit schönen frischen Blumen. Diese Dinge sind nicht notwendig, aber sie sind nicht überflüssig; denn nichts ist jemals überflüssig, das aus Liebe zu Jesus geopfert wird. Man muss aber sorgfältig unterscheiden zwischen den Gegenständen, die immer zur Messe gehören, und den anderen Dingen. Wenn diese letzteren Dinge nicht da sind, so macht das nichts aus für das Wesen der Feier.

So sieht also der Altar aus, wenn nicht gerade die heilige Messe auf ihm gefeiert wird.

Bereitung des Altars für die Messe

Sehen wir nun, was geschieht, wenn der Altar für die Feier der heiligen Messe vorbereitet wird. Oft sind es Kinder, welche helfen, den Altar vorzubereiten, und welche als Ministranten bei der heiligen Messe dienen.

DAS LICHT. Kurz vor dem Beginn der Messe werden die Kerzen mit Hilfe eines Wachsstockes angezündet, der an einem langen Stab befestigt ist. Dieser Stab hat gewöhnlich auch ein Käppchen, das dazu dient, die Kerzen zu löschen, wenn die Messe zu Ende ist.

DAS MESSBUCH. Auf der linken Seite des Altars (d.h. auf der rechten Seite für diejenigen, die zum Altar hinschauen) steht ein Buchständer, darauf wird das große Messbuch gelegt. Der Messdiener kann das Buch tragen und hinlegen. Das Messbuch wird geschlossen auf die linke Hälfte des Ständers gelegt, damit, wenn der Priester es öffnet, es in der richtigen Lage ist.

DAS WASSER und DER WEIN. Zwei andere Dinge, die man kurz vor der Messe vorbereiten muss, sind das Wasser und der Wein. Man hält sie bereit in sauberen Kännchen, vielleicht aus Kristall, auf einem kleinen Tablett. Man stellt sie in der Nähe des Altars auf einen Tisch oder auch auf ein kleines Brett, das an der Wand angebracht ist.

DAS HANDTUCH. Ein kleines weißes Tuch, das gut gebügelt und hübsch gefaltet ist, liegt neben den Kännchen. Es wird vom Priester gebraucht, wenn er seine Finger trocknet. Der Messdiener trägt es auf seinem Arm und bietet es dem Priester zur rechten Zeit an. Es heißt das FINGERTUCH.

DIE SCHELLE. Schließlich ist meistens noch ein anderes Ding nötig, und das ist eine Schelle, die in Reichweite des Messdieners steht. Jetzt hat der Akolyth oder der Messdiener alles getan, was nötig ist, um den Altar für die Ankunft des Priesters vorzubereiten.

Die heiligen Gefäße

DER KELCH und DIE PATENE, die für die Feier der Messe dienen, kommen in direkte Berührung mit dem Leib und dem Blut Christi, und keine Hand, die nicht wie die des Priesters geweiht ist, darf wagen, sich nach ihnen auszustrecken. Deshalb muss der Priester selbst sie tragen, wenn nicht ein anderer Priester ihm bei der Messe dient. In diesem Fall darf natürlich der dienende Priester sie berühren und daher die heiligen Gefäße tragen.

Aber gewöhnlich trägt der Priester, der für die Messe die Messgewänder angelegt hat, in der Hand die Hülle mit den heiligen Gefäßen.

Diese Hülle ist fast immer aus Seide gemacht und hat dieselbe Farbe wie das Gewand des Priesters. Der Grund ist nicht nur, dass alles schön zueinander passen soll, sondern weil nicht nur die Gegenstände, sondern auch die Farben (die liturgischen Farben) vom Ritus für den Tag oder die Zeit des Jahres bestimmt sind.

Der Priester, der zum Altar hinaufsteigt, stellt zuerst diese geheimnisvolle Bürde auf den Altar. Er stellt sie sacht hin und ordnet die Falten der Hülle sorgfältig, ja liebevoll, damit alles vollkommen ist. Und der genaue Platz, auf den er sie stellt, ist auf dem Altarstein.

Wenn er dies getan hat, so geht der Priester zum Messbuch und öffnet es an der richtigen Stelle für die Messe des Tages. Denken wir daran, dass die Messe noch nicht begonnen hat: Was der Priester jetzt tut, ist nur die letzte Vorbereitung und sonst nichts.

Wenn er dies getan hat, so steigt er wieder herunter. Die Messe beginnt am Fuß der drei Altarstufen.

Was der Priester zum Altar trägt

Was ist nun unter der Hülle, die der Priester auf den Altar gestellt hat? Oben über dem Ganzen liegt ein festes quadratisches Ding, eine Art flache Tasche in farbiger Seide, die gewöhnlich mit einem Kreuz geziert ist. Diese Tasche heißt „DIE BURSE“. Sie enthält ein quadratisches Tuch aus weißem Leinen, es ist so gebügelt, dass es ganz glatt und fest ist. Es ist von jeder Seite her nach innen geschlagen, so dass 9 Quadrate entstehen. Dieses kleine Tuch heißt „KORPORALE“ (von corpus, lateinisch = Leib). Der Priester legt die heilige Hostie darauf nieder. Auch der Kelch wird auf das ausgebreitete Korporale gestellt, so dass, wenn ein Tropfen des Blutes Christi verschüttet werden sollte, er auf das Korporale fällt.

Keiner darf das Korporale waschen, nur der Priester. Und das Wasser, das zum Waschen gedient hat, soll direkt in die Erde fließen. Erst nach dieser ersten Wäsche dürfen Laien das Tuch berühren, die Wäsche beenden und das Tuch in der Weise, wie beschrieben wurde, bügeln.

Für das Korporale wird einfaches Leinen gebraucht. Es wird in der Burse aufbewahrt und umher¬getragen. Die Burse ist oft reich bestickt, weil sie einen so kostbaren Gegenstand enthält.

Nehmen wir jetzt die viereckige Umhüllung aus Seide, DAS VELUM, fort, das alles bedeckt, was sich unter der Burse befindet. Das Velum ist aus schwerem Stoff gemacht, gewöhnlich aus Brokat mit einem seidenen Futter.

Wir sehen jetzt, was unter dem Velum steht. Da ist ein Kelch und ein Teller: die ehrwürdigen Gegenstände, wie sie einst beim Abendmahl des Herrn gebraucht worden sind und die jetzt die kostbaren Gefäße des eucharistischen Tisches sind.

Auf dem Teller, der „PATENE“ genannt wird, liegt eine große weiße Hostie, die während der Messe konsekriert werden soll. Der Kelch dagegen ist leer.

Kelch und Patene sind aus kostbarem Metall gemacht, sogar in den ärmsten Kirchen. Sie dürfen nur aus Silber oder Gold gemacht werden, auch wenn sie ganz einfach sind. Ein minderwertiges Metall ist nicht erlaubt.

Aber selten findet man diese Gefäße einfach und ungeziert; Liebe und Frömmigkeit veranlassen die Gläubigen, sie zu schmücken und kostbare Steine dazu zu gebrauchen, sie zu großen Schätzen zu machen. Die feinste Eingravierung, die schönsten und seltensten Edelsteine wurden auf diese zwei Gegenstände während der ganzen Geschichte der Christenheit verschwendet.

Sie sind unter dem Velum in einer besonderen Weise angeordnet. Der Kelch steht auf dem Altar. Ein Leinentuch, das in der Länge zweimal gefaltet wird, liegt quer über dem Kelch und hängt an jeder Seite herunter.

Auf diesem Tuch ruht die Patene, auf der die Hostie liegt. Und die Patene ist mit einem anderen Stück Leinen bedeckt, das ungefähr die gleiche Größe hat.

Das Leinentuch, das über dem Kelch liegt, heißt „DAS PURIFIKATORIUM“ (Reinigungstuch) und gehört zum Kelch, ist fast ein Teil von ihm, weil es gebraucht wird, um ihn innen zu reinigen und die letzten Spuren des konsekrierten Weines aufzunehmen, die vielleicht nach der Auswaschung geblieben sind. Daher darf auch dieses Tuch nur von den Händen des Priesters und von keinem anderen berührt werden.

Der Kelch, aus dem der Priester den konsekrierten Wein trinkt, wird niemals gewaschen, bevor er mit dem Purifikatorium gut ausgewischt und gereinigt ist. Nur der Priester, der die Messe gelesen hat, darf dies tun. Und er tut es, bevor die heiligen Gefäße unter das Velum zurückgestellt werden.

Schließlich ist noch ein anderes kleines Leinentuch da, das steif gestärkt ist und als Deckel dient. Es bedeckt zunächst die Patene unter dem Velum, später braucht es der Priester mehrmals während der Messe, um den Kelch zu bedecken. Dieses kleine Stück Leinen heißt „DIE PALLA“.

Brot und Wein (Die Species)

Brot und Wein des eucharistischen Tisches sind die Materien, die in den Leib und das Blut Christi verwandelt werden. Nach der Wandlung wird das, was sichtbar ist, „DIE SPECIES“ genannt. Ein Gefühl der Ehrfurcht hat die Christen dazu gebracht, die Materien mit besonderer Sorgfalt vorzubereiten und sie von der gewöhnlichen Nahrung der Menschen dadurch zu unterscheiden. Ihre erste Sorge war, sie wirklich aus dem reinsten Material herzustellen. Dies geschah seit der frühesten Zeit, schon als man auf den Altar einen großen Laib Brot legte, wie sie damals in gewöhnlichem Gebrauch waren. Er war aber mit einem Kreuz oder einem Fisch gezeichnet, mit dem Symbol Christi der ersten Christen. Die eucharistischen Brote wurden aus reinem Weizenkorn gemacht, ohne eine Mischung. Es wurde zu Mehl gemahlen, mit reinem Wasser geknetet und dann am Feuer gebacken. Später wurden statt des Brotes Hostien gebacken, aber sie wurden auf dieselbe Weise gemacht und in verschiedenen Formen mit heiligen Symbolen ausgestochen. Die Hostie, die vom Priester gebraucht wird, ist größer und mit Symbolen geschmückt; die Hostie, die den Gläubigen bei der heiligen Kommunion gegeben wird, ist klein und oft ohne besondere Zeichen.

Der Wein ist aus reinem Traubensaft gemacht, ohne eine Mischung. Nur wenn der reine Wein im Kelch ist, fügt der Priester ein wenig Wasser hinzu, weil Jesus dieses auch tat beim Letzten Abendmahl. Diese Handlung erinnert auch daran, dass beim Leiden des Herrn die Soldaten seine Seite mit einer Lanze durchbohrten und Blut und Wasser herausflossen.

Solche gewöhnlichen Dinge wie DER WEIZEN und DIE TRAUBE haben daher für uns Christen große Bedeutung. Sie werden eine geheimnisvolle Nahrung, welche nur wir verstehen können. So wie unsere Seele lebt mit Hilfe unseres Leibes, so bleibt Gott unter uns unter den Species, in die Weizen und Traube verwandelt sind. Unter diesen einfachen Gestalten ist nach der Konsekration Christus zugegen.

Welche Frömmigkeit muss die Christen erfüllen, wenn sie den Weizen anbauen oder den Weinstock pflanzen, die zu solchem Gebrauch bestimmt sind. Die Weizenfelder und der Weinberg, die bestimmt sind, der Eucharistie zu dienen, wählen wir oft aus und trennen sie von den großen Kornfeldern und den reichen Weinbergen, die der Mensch für sich selbst im Schweiße seines Angesichts bebaut.

Die ersteren sind gleichsam kleine Teile der Erde, Partikel; wenig Getreide und wenig Wein, wie sie für die Substanzen der Eucharistie genügen, werden dort angebaut.

Deshalb entstand in Italien vor einigen Jahren der Plan, die Kinder solche kleinen Felder bebauen zu lassen. Man hatte das schon in einer Schule in Barcelona getan. Zwei Felder wurden für diesen Zweck ausgewählt, eins neben dem anderen, eins für den Weizen und das andere für den Wein. Diese Felder wurden mit Blumenpflanzen umgeben, die in jeder Jahreszeit blühten, besonders mit einer Fülle von Rosen.

Die Ernten des Weizens und des Weines wurden zu großen Festen. Und man feierte sie mit schönen Zeremonien.

Die Idee, dass Kinder am geeignetsten sind, die eucharistischen Felder zu bebauen und bei der Herstellung der Hostien und des Weines zu helfen, ist nur der letzte vieler solcher frommer Gedanken, welche die Christen seit den ersten Zeiten gehabt haben.

Nicht selten reservierten sich die vornehmsten und mächtigsten Persönlichkeiten des Königreiches, Könige und Fürsten diese Ehre; einer schrieb davon:

Ich sah mit meinen Augen Candida, die Frau Trajans, des ersten Generals der Armeen des Valerius, damit beschäftigt, den Weizen zu mahlen und mit ihren eigenen Händen das Brot für die Opferung zu backen…

Die heilige Königin Radegunde pflegte selbst das eucharistische Brot vorzubereiten und es während der Fastenzeit zu backen.

Zu Ende des 9. Jahrhunderts empfahl ein Kardinal den Diakonen, die erwählt waren, das Brot für den Altar herzustellen, sich dabei mit ihren gesegneten Gewändern zu bekleiden und während ihrer Arbeit Psalmen zu singen.

Man sagt, dass in einigen Teilen Frankreichs die Sitte bestand, den Weizen Korn für Korn auszuwählen, und die frömmste Person im Bezirk wurde dazu ausersehen, dieses Korn zur Mühle zu bringen. Sie war weiß gekleidet, es war eine feierliche Zeremonie.

Auch die Ehrfurcht vor den Erdschollen, welche den Wein und das Korn ernähren, wird aus alter Zeit berichtet. Leute pflegten kleine Felder, die sie liebten, als Erbe zu geben für den Anbau des Weizens, für die „reine, heilige und fleckenlose Hostie“.

Der Glaube veranlasst die Menschen, solche Dinge zu tun. Diejenigen, die glauben, zeigen eine große Zartheit der Liebe in all ihren Handlungen.

Der Priester

Die Erde gibt also dem Korn und dem Weinstock Nahrung. Das Korn und der Weinstock wachsen und bereiten die Stoffe für die heiligen Gestalten.

Der Christ bereitet aus dem Weizen das eucharistische Brot und aus den Traubenbüscheln den reinen Wein. Aber es gibt nur einen Menschen, der mit seinen geweihten und reinen Händen das Brot und den Wein darbringt, der die Augen zum Himmel erhebt und die Macht hat, die Worte auszusprechen, die Christus bestimmt hat, damit er nach seinem Versprechen zu uns kommt. Dieser Mensch ist DER PRIESTER. Er vertritt Christus, den Mittler zwischen Gott und den Menschen, er ist das Werkzeug, das die Erde mit dem Himmel verbindet.

Es gibt also nicht nur geweihte Gegenstände, sondern auch geweihte Personen. Das Amt des Priesters scheint einfach zu sein, fast wie das einer Hand, die nachts einen elektrischen Schalter dreht und das Zimmer mit glänzendem Licht erleuchtet; aber er ist es allein, der die entscheidende Handlung tun darf, die uns erlaubt, uns mit Gott in der heiligen Kommunion zu verbinden.

Er ist es, der sagen darf: „Erhöre mich allmächtiger Gott, damit das, was durch deinen demütigen Diener geschieht, durch die Kraft deiner Allmacht erfüllt werde.

Es sind seine Hände allein, welche die verwandelten Gestalten berühren und uns austeilen dürfen, als geistliche Speise, die Christus eingesetzt hat:

Mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise, und mein Blut ist wahrhaft ein Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, bleibt in mir und ich in ihm.

So gefiel es also Gott, den Priester zu erwählen.

Schauen wir auf ihn mit Ehrfurcht, lieben wir ihn mit Dankbarkeit, vergessen wir ihn nicht in unseren Gebeten, denn er gibt sein Leben für uns hin.

Auch er war ein Kind wie wir, und er gab sich einst sorglos seinen Spielen hin — aber eine große Liebe zu Christus erfüllte sein Herz.

Eines Tages hörte er den Ruf. Er war damals noch nicht Priester und wusste nicht, ob er es eines Tages sein würde. Als er den Ruf verstand, gab er dieselbe Antwort, die Christus seinem ewigen Vater gab: „Dein Wille geschehe!

Schon weil er berufen wurde, müssen wir ihn verehren. Und er folgte dem Ruf, sein Herz füllte sich mit Frömmigkeit. Er entschloss sich, treu zu sein bis zum Ende, und er wurde Priester für alle Ewigkeit. Mit ihm hat Christus durch die Kirche, seine Braut, einen heiligen Vertrag geschlossen:

Wenn du bei der heiligen Messe die Worte wiederholst, die ich zu den Aposteln gesagt habe, als ich das Brot und den Wein segnete und ihnen reichte… dann werde ich kommen.

Seht den Priester gut an, er ist der Gehorsam selbst! Er wird kein Wort sagen, das anders ist, als ihm vorgeschrieben ist zu sprechen. Jede Bewegung, jede Gebärde, die er macht, sind ihm bestimmt. Seine Kleider und ihre Farben sind ihm vorgeschrieben.

Er kann in Wahrheit sagen: „Nicht ich lebe, sondern Christus, den ich vertrete.

Die liturgischen Gewänder

Der Priester, der sich anschickt, die Messe zu feiern, bekleidet sich, wie der Ritus es vorschreibt. Wie ein hoher Würdenträger, der vor dem König erscheinen soll, kleidet er sich nach der strengen kirchlichen Sitte. Ob die LITURGISCHEN GEWÄNDER reich oder einfach sind, sie müssen immer würdig sein. Ihre verschiedenen Teile sind immer die gleichen, weil sie vom Ritus bestimmt sind.

Auch hier müssen wir, wie bei allen Gegenständen, welche die Messe betreffen, unterscheiden, ob etwas unentbehrlich ist oder ob es hinzugefügt werden kann. Keiner hat so wie der Priester, der die Messe feiert, das Recht, prächtig gekleidet zu sein. Wirklich sind die heiligen Gewänder oft aus den kostbarsten Stoffen gemacht, aus Seide oder goldenem Damast und bedeckt mit Stickerei und Edelsteinen. Sie sind oft außergewöhnlich schön und von liebenden Händen in der Stille des Klosters gearbeitet, um den Priester Gottes damit zu bekleiden.

Wir müssen jetzt die verschiedenen Teile der Kleidung kennenlernen. Sie werden über der gewöhnlichen Kleidung des Priesters oder des Mönches getragen. In der Messe bekleiden sich Priester oder Mönch mit einer neuen Würde, die über die hinausgeht, welche sie schon haben.

Unter den prächtigen Gewändern bleibt der Priester der demütige Diener Gottes. Dieser Mensch muss von Ehrfurcht für die heilige Handlung durchdrungen sein. Während er sich ankleidet, sammelt er sich und betet. Bei jedem Kleidungsstück, das er anlegt, spricht er ein besonderes Gebet; er legt seine Kleider langsam und mit Andacht an.

Herr, gib meinen Händen die Kraft, jeden Flecken zu tilgen, damit ich dir in Reinheit dienen kann.

Reinige mein Herz, Herr.

Gürte mich mit dem Gürtel der Reinheit und des Glaubens. Verleihe mir, dass ich verdiene, das Manipel der Trauer und des Schmerzes zu tragen, damit ich das Verdienst der Mühe erlange!

Verleihe mir, o Herr, die Stola der Unsterblichkeit!


Die Kleider, die der Priester bei der Feier der Messe trägt, erinnern an die Kleider, welche alle Leute in alter Zeit trugen, aber beim Priester haben diese Kleider sich nicht geändert, während die der Laien sich ständig geändert haben. Und so sind die priesterlichen Gewänder nun ganz verschieden von denen der Laien. Außerdem haben sie, weil sie bei der Messe gebraucht werden, allmählich einen besonderen Sinn erhalten. Der Priester stellt den Soldaten Christi dar, der sich wappnet und bereit ist zum Kampf und der mit dem Guten das Böse überwinden will, um in der Welt dem Reiche Christi zum Siege zu verhelfen.

Die kostbaren Gewänder sind von zweierlei Art, leinene und Obergewänder. Die leinenen sind die folgenden:

1.    DAS SCHULTERTUCH — es ist ein weißes Leintuch, das in alter Zeit dazu diente, den Kopf zu bedecken. Jetzt wird es über Hals und Schultern getragen, es ist eigentlich eine kleine Kapuze. Seine Bedeutung ist „Helm des Heiles“. Es erinnert an die Helme, welche die Krieger trugen, um ihr Haupt zu schützen.

2.    DIE ALBE — sie ist ein Leinengewand, das den Körper bis zu den Füßen bedeckt, es hat Ärmel, die bis zu den Händen reichen. Es ist das besondere priesterliche Gewand, es ist ganz weiß; es stellt die Unschuld dar, welche die Seele des Christen durch das Verdienst Christi bekleidet.

3. Der Gürtel — DAS ZINGULUM — ist eine lange weiße Kordel, welche als Gürtel das Gewand zusammenhält; es ist das Sinnbild der Keuschheit.

Die Gewänder, die nicht aus weißem Leinen sind und die als Überkleider getragen werden, sind alle aus demselben Stoff gemacht. Es sind:

1.    DIE MANIPEL — sie ist ein Streifen, der um den linken Arm getragen wird; sie ist ein Symbol des priesterlichen Glaubenseifers. Ein solcher Streifen diente bei römischen Soldaten als Kennzeichen.

2.    DIE STOLA — sie ist auch ein Streifen wie die Manipel, aber viel länger. Sie wird um den Hals gelegt und über der Brust gekreuzt, oder sie hängt an den Seiten herab. Die Stola ist das Symbol der Unsterblichkeit.

3.    DIE KASEL — sie ist ein weites Obergewand, das oft in feierlichen Falten herabfällt. Die Kasel ist das Sinnbild des Joches Christi, des sanften Joches der Liebe. Aber sie ist gezeichnet mit dem Kreuz, das auf die Notwendigkeit des Opfers hinweist.

Die liturgischen Farben

Die verschiedenen Farben der Kasel und daher auch aller Gegenstände aus gleichem Stoff, mit denen sich der Priester bekleidet oder die er bei der heiligen Messe braucht, sind vorgeschrieben von der Kirche, sie richten sich nach der Zeit des Kirchenjahres und heißen liturgische Farben.

Zu jeder besonderen Zeit und zu den verschie-denen Festen gehört eine bestimmte Farbe. Aber die Zahl der Farben ist begrenzt, es sind folgende:

WEIß, die Farbe der Feste des Herrn und Mariens, der Engel, der Heiligen, die nicht Märtyrer sind, der Sonn- und Wochentage der Osterzeit.

ROT für Pfingsten, Leidens- und Märtyrerfeste.

GRÜN für die Sonn- und Wochentage nach Pfingsten und Dreikönige.

VIOLETT für Advents- und Fastenzeit.

SCHWARZ für Karfreitag und Totenmessen.

Andere Farben als die genannten sind nicht gestattet, außer GOLD, SILBER und ROSA.

Zu den Gewändern, die der Priester gebraucht, gehört noch ein besonderer Mantel, den er über die genannten Gewänder anlegt, wenn der Segen gegeben wird. Dieser Mantel ist gewöhnlich sehr prächtig, wie das Gewand eines Königs, der auf dem Thron sitzt. Dieser Mantel, „DIE KAPPA“, ist nicht eigentlich für den Priester da, sondern er ist bestimmt, Christus zu bekleiden, der im Sakrament regiert. Über diesem Mantel trägt der Priester noch ein Schultertuch, das er auch um seine Hände legt.

Der Priester wird sehr klein und ist fast verborgen unter diesen Gewändern, deren Stütze er zu sein scheint. Der König ist gegenwärtig in der heiligen Hostie, dem gläubigen Volk zugewandt, und der Priester gibt als Gottes Diener den Segen.

III. EINFÜHRUNG IN DIE MESSE

Das göttliche Drama

Die Messe ist ein Geheimnis. Wir können nicht die unendliche Liebe Gottes begreifen, die sich in dem großen Geheimnis der Wandlung offenbart. Und doch wird nichts dabei verborgen. Jeder, auch das kleinste Kind, darf jedes Wort hören oder lesen und jede Handlung sehen.

Die Weise, die von der Kirche für die Feier der Messe vorgeschrieben ist, macht diese zu einem wundervollen Drama, wie in einem himmlischen Theater; in der Messe geben die Christen ihrem Glauben sichtbaren Ausdruck. In Erinnerung an das Leben des Erlösers und im Verlangen nach Gott vereinigen sie sich, bitten, singen und gebrauchen dabei die schönsten Worte und vollziehen die edelsten Handlungen, welche ihnen die wahre Frömmigkeit eingibt. So ist die Messe zu einer feierlichen Handlung geworden, und ihre aufeinanderfolgenden Teile sind genau bestimmt, wie Handlungen und Szenen in einem großen Drama, dem Drama der Erlösung. Aber es ist nicht allein der Priester, der handelt; nein, die Messe ist die Handlung der Christenheit, der Kirche. Die Kirche besteht nicht nur aus Priestern, sondern aus dem ganzen christlichen Volk; und das Volk hat daher großen Anteil an der Messe.

Die Gläubigen sind nicht nur Zuschauer in der Messe, sondern sie sind Handelnde. Wenn der Priester spricht, so antwortet das Volk; wenn er betet, so vereinigt sich das Volk mit ihm. Die Gefühle der Liebe, die Erwartung, die Dankbarkeit, die der Priester am Altare ausspricht, finden Widerhall im Herzen des Volkes. Alle werden zusammen eine Einheit, eine einzige Stimme, die sich zum Himmel erhebt.

Die Teile der Messe

Die heilige Messe hat zwei Hauptteile: die Messe der Katechumenen oder Messe der Unterweisung und die Messe der Gläubigen oder des Geheimnisses.

Der erste Teil hat seinen Höhepunkt in der Lesung des Evangeliums, d. h. des Wortes Gottes. Der Priester fügt am Sonntag dieser Lesung eine PREDIGT hinzu, er erklärt das Evangelium und unterweist das Volk.

Der erste Teil erinnert an das Leben Jesu und seine Lehre, es ist der Wortgottesdienst.

Der zweite Teil hat seinen Höhepunkt in der Wandlung und in der Erhebung der Hostie und des Kelches, des Leibes und Blutes Christi. Er ist das Gedächtnis des Leidens Christi und des großen göttlichen Opfers für die Erlösung der Menschen, das gegenwärtig wird.

Bevor Christus sich selbst am Kreuz opferte, verkündete er den Menschen die Lehren seines himmlischen Vaters. Der Hauptteil der Messe ist der des Geheimnisses, denn auf dem Opfertod des Herrn beruht die Erlösung der Menschen.

Dieser Teil besteht wieder aus drei Teilen. Der erste Teil ist die Bereitung von Brot und Wein, die verwandelt werden sollen, und mit deren Darbringung verbindet sich die unserer Herzen.

Der zweite Teil ist die Wandlung, bei der Christus selbst in der Gestalt von Brot und Wein wahrhaftig gegenwärtig wird und sich opfert.

Der dritte Teil ist die Messe des Friedens, in der die Menschen durch die heilige Kommunion sich mit Christus vereinigen.

Die besonderen Gegenstände

Die wichtigsten Gegenstände, die zu den beiden Teilen der Messe gehören, sind in der Messe der Katechumenen das Buch, in der Messe der Gläubigen die Hostie und der Kelch.

Zu diesen Hauptgegenständen kann in der Messe der Katechumenen der Predigtstuhl hinzukommen oder das Pult, von denen aus der Priester, dem Volk sichtbar, seine Stimme erhebt.

In der Messe der Gläubigen aber ist Stille und Geheimnis. Die Seele sammelt sich in Erwartung, und sie findet den verborgenen Gott unter den Gestalten von Brot und Wein.

Ein wichtiger Gegenstand wird noch bei der Messe der Gläubigen gebraucht. Darin sind die Hostien, die bei der Wandlung zusammen mit der großen Hostie für den Priester konsekriert werden, und die übrigbleibenden werden darin aufbewahrt.

Dieser Gegenstand ist DAS CIBORIUM, ein Gefäß, das durch einen Deckel fest verschlossen und mit einem kleinen Mantel umgeben ist. Das Wort Ciborium bedeutet ein Gefäß für Speise. Es wird im TABERNAKEL aufbewahrt, dessen Türen mit einem Schloss versehen und mit einem Schlüssel verschlossen werden.

DIE KANZEL, von der die Stimme des Priesters ertönt, und der verschlossene Tabernakel, wo der Leib des Herrn aufbewahrt wird, sind die Zeugen der beiden Teile der Messe, so wie sie in allen katholischen Kirchen auf der ganzen Erde gefeiert wird.


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